Stress in der Hundepension

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Wir lassen unsere geliebte Fellnase nicht gerne allein, weil wir wissen, dass die Trennung von seiner Bezugsperson nicht einfach für einen Hund ist. Schon allein die Tatsache, dass er nicht bei seinem Menschen sein kann, reicht bereits aus um Stress auszulösen, was aber passiert, wenn er noch dazu aus seiner gewohnten Umgebung herausgenommen wird? Der Stress wächst und kann Verlustängste erzeugen, die sich im schlimmsten Fall in körperlichen Reaktionen wie Appetitverlust oder Durchfall äußern kann.

Es gibt allerdings Momente, in denen wir nicht mit unserem Hund zusammen sein können und auch keine ihm vertraute Person wie ein Familienmitglied oder ein Freund Zeit hat sich um ihn zu kümmern. In dieser Situation müssen wir uns mit der Option beschäftigen unseren Liebling in fremde Hände zu geben und die nächstliegendste Möglichkeit scheint die Hundepension zu sein. Was aber bedeutet die Unterbringung der Fellnase in einer solchen Einrichtung? Wie empfindet er die Trennung von dir und die völlig fremde Umgebung? Und gibt es nicht eine bessere Alternative?

Zweifellos kann man dieses Thema nicht verallgemeinern, ebenso wie bei uns Menschen gibt es unter Hunden verschiedene Charaktere. Selbstsichere Hunde, die keine schlechten Erfahrungen in ihrem Leben machen mussten und fremden Menschen gegenüber aufgeschlossen sind, werden weniger Probleme haben in einer Pension untergebracht zu sein als misstrauische Artgenossen oder etwa Angsthunde. Nichtsdestotrotz erzeugen die klassischen Hundepensionen (und wir reden hier nicht von anderen Pensionsmodellen mit Familienanschluss und Individualbetreuung) auch bei gut geerdeten Vierbeiner Stress aufgrund ihrer Konzeption.
 

Warum verursachen Hundepensionen Stress bei den Fellnasen? 

Um zu verstehen, warum dieser Stress entsteht, ist es wichtig die natürlichen Bedürfnisse der Hunde zu kennen und diese mit den Gegebenheiten in einer klassischen Hundepension zu vergleichen.

  • Unabhängig von Rasse und Erziehung sind Hunde aufgrund ihrer Abstammung vom Wolf ursprünglich Jäger. In vielen der uns heute bekannten Rassen wurde dieser Trieb herausgezüchtet, allerdings ist bei den meisten ein eng damit verbundener Instinkt erhalten geblieben: das Verteidigen der Beute (Nahrung oder Spielzeug) gegenüber rudelfremden Tieren. Wenn der Hund nicht gewohnt ist in Gesellschaft anderer Vierbeiner zu leben und plötzlich in einen wild zusammen gewürfelten Verband von Artgenossen kommt, wird er versuchen das seine stets im Auge zu behalten , um es wenn nötig verteidigen zu können. Dies fordert von ihm kontinuierliche Aufmerksamkeit und versetzt ihn in permanente Anspannung, die auf Dauer in Stress umschlägt.
  • Hunde sind von Natur aus sehr soziale Wesen und brauchen Begleiter, die ihnen vertraut sind und auf die sie sich verlassen können. Für den Wolf ist ein funktionierendes Rudel überlebenswichtig und für den Haushund hat sich der Mensch bzw. die Familie in sein Rudel verwandelt, das er zum Schutz braucht und das auch er beschützen will. Ist seine Bezugsperson nicht da, wird er automatisch nach einem Ersatz suchen, an dem er sich orientieren kann. In einer klassischen Hundepension kann er diesen nur schwer zu finden ist, da die Zeit nicht ausreicht, welche die Betreuer mit den einzelnen Hunden verbringen können, um eine richtige Bindung aufzubauen.
  • Unsere Vierbeiner brauchen, wie wir Menschen auch, eine gewisse Routine in ihrem Leben um sich sicher zu fühlen und ihre Zeit nicht ständig in Erwartung unbekannter Vorkommnisse zu verbringen. Um so viel wie möglich der täglichen Gewohnheiten deines Hundes beibehalten zu können, sollte die Betreuung in Konditionen stattfinden, die er gewohnt ist: als Familienmitglied in einem Zuhause, in dem er sich frei bewegen kann. Dies können Hundepensionen nicht leisten, in denen zahlreiche Tiere gleichzeitig leben. Die meisten Hunde haben noch nie Zeit in einem Zwinger oder einer Box verbracht und die ungewohnte Situation des Eingesperrtseins verunsichert sie und lässt sie nicht entspannen.
  • Ein erwachsener Hunde muss ungefähr 14 Stunden am Tag schlafen, um psychisch und physisch gesund zu bleiben. Hierfür brauchte er ein ruhiges und sicheres Plätzchen, wo er ungestört liegen kann. In einer Hundepension ist diese Ruhe kaum gegeben, da viele Hunde aus Frustration eingesperrt zu sein oft anhaltend bellen, was wiederum die anderen Insassen aufregt und beunruhigt. Der Mangel an Entspannung und erholsamem Schlaf ist ein zusätzlicher Stressfaktor für deine Fellnase.
  • Auch wenn die Hunde in den Pensionen einen groβen Auβenbereich haben und sich dort eine Zeit lang frei bewegen können, brauchen sie dennoch Spaziergänge, auf denen sie ausgiebig schnüffeln können um ihre neue Umgebung kennenzulernen. In den Hundepensionen werden diese Spaziergänge oft nur sporadisch ausgeführt und meist zu mehreren, so dass das Eingehen auf das einzelne Tier und seinen “Schnüffelrhythmus”schwierig und vor allem zeitintensiv ist.
  • Letzten Endes hat fast jeder Hund Eigenheiten bzw. spezielle Bedürfnisse, die es zu erfüllen gibt, ein spezielles Futter, Medikation, Unverträglichkeiten oder Ängste. Auf diese kann in einer Hundepension nur in begrenzten Umfang eingegangen werden, da es oftmals zu viele Tiere zu betreuen gibt.

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 Wie äuβert sich Stress bei Hunden?

Stress ist nichts anderes als eine natürliche Körperreaktion in Situationen, die intensiver sind als andere und ist physisch gekennzeichnet durch die Ausschüttung von Hormonen, die dafür sorgen, dass der Körper leistungsfähiger ist. Alle Säugetiere zeigen diese körperliche Reaktion auf gewisse Ereignisse und Situationen, Hunde wie Menschen. Dabei sind es nicht nur unerfreuliche Ereignisse, die solche Reaktionen mit sich bringen, sondern sie können auch durchaus durch eine Aufregung aus Glück hervorgerufen werden. Wenn es sich allerdings um unangenehme Situationen handelt, in denen Angst oder Wut im Spiel sind, wird der Körper von Stresshormonen regelrecht überflutet und es kommt zu einem Überschuss. Hält dieser Zustand dazu über einen längeren Zeitraum an, kann dieser so genannte Dauerstress zu gesundheitliche Probleme führen. Beim uns Menschen äuβern sich diese überwiegend in Kopfschmerzen, Verspannungen, Reizdarm und Herz-Kreislauf-Problemen. Allerdings reagieren unsere Vierbeiner  ebenso sensibel wie wir auf diese kontinuierliche psychische Belastung und kann zu Verdauungsschwierigkeiten, Allergien und Herzproblemen führen, aber auch auf der Verhaltensebene kann es zu negativen Reaktionen kommen wie bspw. eine beschleunigte Verteidigungsreaktion, die oft mit Aggressivität verwechselt wird.
 

Wie erkennen wir Stress bei unserem Vierbeiner?

Wenn Hunde Stress empfinden, zeigen sie dies auf eine bestimmte Weise. Allerdings müssen wir diese Hinweise in den richtigen Kontext rücken, da diese auch in anderen Situationen auftreten können, wie etwa bei Hitze, Allergien oder nach langen Spaziergängen. Anzeichen von Stress können u.a. sein:

  • Rastlosigkeit und Hyperaktivität.
  • Überreaktionen auf normale Reize.
  • Bellen, Jaulen, Winseln oder Heulen.
  • Beschwichtigungssignale: Gähnen, über die Nase lecken oder Abwenden.
  • Übertriebene Körperpflege: Lecken, Knabbern, Kratzen.
  • Schnelles Lecken der Lefzen, sich Schütteln, Hecheln und Speicheln.

Bei der Beobachtung eines Videos aus einer amerikanischen Hundepension zeigt die Mehrzahl der Hunde die entsprechenden Verhaltensweisen, ohne dass das Festhalten dieser Reaktionen das Ziel des Videos gewesen wäre.

Um zu verhindern, dass dein bester Freund und Begleiter übermäßigen Stress empfindet in der Zeit, in der du nicht da bist, solltest du entsprechend über eine Alternative zu den klassischen Hundepensionen nachdenken. Eine Option könnten Einrichtungen sein, die ihre vierbeinigen Gäste im Haus unterbringen und in ihren Alltag integrieren, sowie nur wenige Plätze auf einmal anbieten. Allerdings sind diese Art von Hundepensionen relativ rar gesäht und für uns Menschen nicht immer leicht zu erreichen und der Hund wechselt nicht nur sein Heim, sondern auch seine Umgebung. Bei Gudog haben wir entsprechend über eine Alternative nachgedacht: Die persönliche Betreuung der Fellnase bei einem Hundesitter zu Hause und in der Nähe, so dass alle Parteien so zufrieden wie möglich sein können. Deine Liebling erhält die individuelle Aufmerksamkeit, die er braucht, ist in einem richtigen Zuhause untergebracht und kann sich in seiner gewohnten Terrain bewegen.

Der Stress, den dein Vierbeiner aufgrund deiner Abwesenheit empfindet, wird dadurch nicht geringer werden, aber es werden weitere Faktoren minimiert oder ganz ausgeschlossen, so dass die erwähnten permanenten Überflutung durch Stresshormone minimiert wird. Mit einer neuen (Ersatz-)Bezugsperson wird es ihm darüber hinaus leichter fallen sich an die Situation zu gewöhnen und zu entspannen, so dass er dich freudig und ausgeruht zurück empfangen kann und keine Angst vor einer erneuten kurzweiligen Trennung haben wird.

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