Nehme ich meinen Hund mit in den Winterurlaub?

Ohne Zweifel möchten wir gerne die freie Zeit zwischen den Jahren mit unseren geliebten Fellnasen verbringen und wenn wir wegfahren, wollen natürlich auch sie ihre Menschen begleiten. Je nach Art und Dauer des Aufenthalts sollte aber bedacht werden, was dies für unseren Liebling bedeutet und ob sich der Reisestress lohnt. Denn jede Veränderung der täglichen Gewohnheiten verursacht Stress und je nach Charakter und Veranlagung des Tiers kann dieser mehr oder weniger intensiv empfunden werden.

Wer sich letztendlich dazu entscheidet seinen Hund mit in den Winterurlaub zu nehmen, sollte einiges beachten um sicher zu gehen. dass auch der Vierbeiner einen entspannten Aufenthalt verbringt. In jedem Fall sollte man sich fragen, ob die Dauer des Aufenthalts die Mitnahme des Tieres rechtfertigt, Kurztrips unter fünf Tagen sind den Reisestress definitiv nicht wert. Hier ist es sinnvoller einen erfahrenen Hundebetreuer zu engagieren, der die Fellnase während der Urlaubsreise bei sich zu Hause betreut.

 

Unterkunft und Aktivitäten

Allem voran muss die Unterkunft natürlich hundefreundlich sein bzw. müssen Hunde erlaubt sein. Des Weiteren sollten die Aktivitäten bedacht werden, die am Urlaubsort ausgeführt werden. Handelt es sich um einen Skiurlaub wird der Vierbeiner voraussichtlich den ganzen Tag im Feriendomizil bleiben, denn Piste und Loipen sind für die Tiere tabu. Insofern sollte man sich nicht auf ein kleines Hotelzimmer beschränken, sondern auf genügend Platz achten. Ist der Hund gewohnt alleine zu sein, kann er sich in der ungewohnten Umgebung dennoch fehl am Platz und unsicher fühlen, deshalb sollten ihn selbstverständlich vertraute Gegenstände wie Körbchen und Spielzeug begleiten.

Handelt es sich um einen Wanderurlaub freut sich der Vierbeiner natürlich seinen Menschen auf ausgiebigen Touren zu begleiten, allerdings sind nicht alle Rassen von entsprechender Konstitution. Ein vohergehender Check beim Tierarzt und entsprechende Vorbereitungen sollten getroffen werden: Kleine Rassen mit kurzem bzw. feinem Fell brauchen entsprechend wärmende Kleidung, um gegen die tiefen Temperaturen geschützt zu sein.

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In jedem Fall muss auf eine entsprechende Pfotenpflege geachtet werden, da Eiskristalle und Streusalz die Epidermis der Ballen stark reizen können. Vor dem Spaziergang sollten sie mit Melkfett, Vaseline oder parfümfreier Fettcreme eingerieben werden und danach überprüft und gegebenenfalls mit lauwarmem Wasser gereinigt werden. Es ist von Vorteil die Harre zwischen den Ballen zu kürzen, denn so können sich Schmutz, Schnee und Eis nicht so schnell festsetzen. Ebenso wie ein dicker Anorak gibt es natürlich auch spezielle Boots für die Vierbeiner, falls diese besonders empfindliche Pfötchen haben. Diese sind allerdings nicht immer praktisch und werden gerne verloren.

Auch Hundeaugen reagieren empfindlich auf UV-Strahlung und die hohe Reflektionskraft des Schnees (ca. 80-90%), erhöhen das Risiko von Augenschäden wie bspw. Linsentrübungen (Katarakt) oder auch Verwachsungen der Bindehaut mit der Hornhaut. Verbringt der Hund viel Zeit im Schnee, ist der präventive Einsatz von Hundebrillen ratsam und sollte vorher mit demTierarzt besprochen werden.

 

Zugfahrten

Die Deutsche Bahn erlaubt das Mitführen unserer vierbeinigen Freunde und lässt kleine Rassen, die in eine Transportbox in Handgepäcksgröβe passen, unentgeltlich mitfahren. Gröβere Hunde zahlen im Fernverkehr den halben Fahrpreis und müssen angeleint sein sowie einen Maulkorb tragen.  Bei internationalen Reisen zahlt man für Hunde grundsätzlich den Kinderfahrpreis der 2. Klasse. Allerdings gibt es je nach Sparpreisen und Sonderzügen verschiedene Abweichungen. Am besten lässt man sich frühzeitig zu seinem individuellen Reiseplan beraten, um den günstigsten Fahrpreis zu erhalten. Falls ein Nachtzug mit Schlafabteil gewählt wird, kostet dies laut der Deutschen Bahn pauschal 30 Euro, welche direkt an Bord gezahlt werden, denn man muss das komplette Abteil für sich buchen, damit andere Fahrgäste nicht durch das Tier gestört werden.

 

Anreise im Auto

Je nach Entfernung des Urlaubsortes bieten sich verschiedene Verkehrsmittel an. Im Allgemeinen ist die Autofahrt für unsere Vierbeiner die angenehmste Art zu reisen. Sie können sicher in einer Transportbox im Kofferraum bzw. mit einem entsprechenden Sitzgurt auf der Rückbank fahren. Den Hund im Fuβraum zu verstauen, mag bei kleinen Rassen zwar bequem sein, ist aus Sicherheitsgründen allerdings keinesfalls zu empfehlen. Bei einem Aufprall verwandelt sich unser Liebling in ein regelrechtes Wurfgeschoss, was nicht nur für ihn schwere Verletzungen zur Folge hat. Bei Transporten im Kofferraum sollte dieser durch ein entsprechendes Gitter vom Fahrerraum abgetrennt sein.

Berner Auto

Auf längeren Autofahrten muss das Tier regelmässig Wasser angeboten bekommen, denn die Heizungsluft trocknet nicht nur unsere Schleimhäute aus. Auch sollte auf kontinuierliche Zwischenstopps mit kurzen Spaziergänge geachtet werden, so wird die Reise für den Hund erträglicher. Futter sollte vor der Fahrt nur in kleiner Menge gegeben werden; sollte das Tier zu Reiseübelkeit neigen, ist es besser vorher nicht zu füttern. Ist der Hund das Autofahren nicht gewohnt, sollten vor der Reise kleinere Fahrten mit attraktiven Zielen unternommen werden, um positiv auf das Autofahren einzustimmen.

 

Flugreisen

Bei Flugreisen sind die natürlich die spezifischen Transportvorschriften der Fluglinie zu beachten, die unseren Flug organisiert. Je nachdem sind Hunde mit einem Komplettgewicht (also mit Transporttasche) zwischen 6 bis 8 kg in der Kabine erlaubt. Gröβere Tiere, die diese Gewicht überschreiten müssen im Frachtraum reisen und brauchen eine spezielle Käfigbox, die mit einer saugfähigen Unterlage, sowie je nach Länge des Fluges mit ausreichend Futter und Wasser versehen ist. Vor Abflug sollte das Tier hingegen nicht gefüttert werden um so Übelkeit zu verhindern, die Wassergabe sollte allerdings ausreichend gesichert sein. Und ein ausgiebiger Spaziergang versteht sich von selbst. Es ist empfehlenswert, die Box mit einem Schild zu versehen, dass über den Namen des Hundes, die Kontaktdaten des Halters sowie das Reiseziel informiert, ein Foto des Vierbeiners ist von Vorteil. Es gibt allerdings auch Airlines, die grundsätzlich keine Tiere befördern bzw. ausschlieβlich im Frachtraum. Vor der Buchung sollte entsprechend geklärt sein, ob das Tier mitfliegen darf und unter welchen Umständen.

Im folgenden Video wird beispielhaft gezeigt, wie ein Flug mit Hunden abläuft und wie die Tiere transportiert werden, sowohl in der Kabine als auch im Frachtraum. Darüber hinaus werden ein paar hilfreiche Tipps zur Vorbereitung und zur Reise selbst gegeben.

Video Fliegen

 

Allgemeines

Nicht nur bei Fernreisen, sondern auch bei Reisen in die EU-Nachbarländern muss der Vierbeiner über einen entsprechenden Europäischen Heimtierpass verfügen, der Auskunft über die Chipnummer und die aktuell gehaltenen Impfungen (insbesondere Tollwut) gibt. Auch an den Parasitenschutz sollte gedacht werden, da es in anderen Ländern, andere Schädlinge gibt – obwohl dies im Winter weniger dringlich ist als im Sommer. In jedem Fall sollte der Tierarzt über die Reise informiert und zu Rate gezogen werden. Er kann auch die eventuelle Gabe von Beruhigungsmittel oder Tabletten gegen Übelkeit indizieren, wenn diese unbedingt notwendig sein sollte.

Bei der Anschaffung der entsprechenden Transportboxen ist zu beachten, dass diese mindestens 5 cm höher als der stehende Hund und 10 cm länger sind: Das Tier sollte sich bequem umdrehen und strecken können. Zusätzlich zu einer saugfähigen Unterlage sollte auch eine vertraute Decke oder ein dünnes Kissen hinein gelegt werden.

Eine Futterumstellung kann bei sensiblen Tieren Verdauungsstörungen hervorrufen und bedeutet für den Hund weiteren Stress, insofern sollte das gewohnte Futter mitgenommen werden bzw. sollte man sich vorher informieren, wo dieses am Urlaubsort zu bekommen ist.

 

Einen schönen und entspannten Urlaub wünscht euch das gesamte Gudog-Team!

 

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