Ebola-Fall in Spanien: Gesundheitsamt in Madrid will Hund ohne Test einschläfern lassen

Javier Limón Romero, Ehemann von Teresa Romero, der an Ebola infizierten Krankenschwester, hat sich heute an die Presse gewandt mit der Bitte die Information zu teilen, dass das Gesundheitsamt in Madrid seinen Hund Excalibur einschläfern lassen will.

Einem Reporter von El Mundo gegenüber äußerte sich der Mann, der sich derzeit in Quarantäne befindet, wie folgt:

“Ich möchte öffentlich machen, dass ein gewisser Zarco – ich glaube er ist der Chef des Gesundheitswesens in Madrid – mir mitgeteilt hat, dass sie meinen Hund einschläfern lassen müssen, ohne Weiteres. Er bat um mein Einverständnis, das ich ihm vehement verweigert habe. Darauf sagte er, dass sie sich dann einen Gerichtsbeschluss besorgen werden, um in mein Haus einzudringen und ihn einzuschläfern.

Javier bezieht sich dabei auf Julio Zarco Rodríguez, der seit Januar diesen Jahres Direktor des Staatlichen Gesundheitsdienstes in Madrid (SERMAS) ist.

„Bevor ich ins Krankenhaus musste, habe ich ihm mehrere Wassereimer gefüllt sowie die Badewanne und ich habe ihm einen 15-Kilo-Sack Futter da gelassen, damit er genug zu fressen und zu trinken hat. Dann habe ich ihm noch die Terrassentür offen gelassen, damit er draußen sein Geschäft erledigen kann. Ich finde es unfair, dass sie ihren eigenen Fehler jetzt auf die Schnelle lösen wollen. Ein Hund muss sich nicht zwangsläufig bei einer Person anstecken, genauso wenig umgekehrt. Wenn man so besorgt über dieses Problem ist, lassen sich doch auch andere Lösungen finden, wie bspw. den Hund in Quarantäne und Überwachung geben, wie sie es mit mir gemacht haben. Oder muss man mich etwa auch einschläfern?“

Der Präsident des Veterinäramts, Juan José Badiola, hat einigen Medien gegenüber Folgendes verlauten lassen: „Es gibt keine Studien, die beweisen, dass das Ebola-Virus von Menschen auf Hunde übertragen werden kann. Momentan ist nur die Übertragung des Virus auf Menschen durch Flughunde, Affen und Antilopen bewiesen.“

Wie wir herausfinden konnte, gab es nur vereinzelte Fälle von infizierten Hunden mit Ebola nach einem Ausbruch in Gabun, Zentralafrika, zwischen 2001 und 2002. Die Hunde hatten allerdings zuvor andere infizierte Tiere gefressen.

Dennoch denken wir, dass die erste zu ergreifende Maβnahme die Quarantäne von Excalibur sein sollte mit den entsprechenden Untersuchungen, um eine mögliche Infizierung zu bestätigen oder auszuschlieβen, anstatt das unschuldige Tier direkt zu töten.

Wir möchten Javier mit diesem Artikel unsere Unterstützung zeigen beim Kampf um die Sicherheit und das Leben seines Hundes.

Wenn ihr Javier auch unterstützen wollt, könnt ihr diese Online-Petition auf Change.org unterschreiben. (Die Seite ist leider nur auf Spanisch verfügbar.)

 

AKTUELL:

Nach der verweigerten Einwilligung von Javier seinen zwölf Jahren alten Hunde einschläfern zu lassen, hat das Gesundheitsamt eine Mitteilung herausgegeben, dass sie Excalibur per Gerichtsbeschluss abholen lassen werden.

Die Begründung lautet: “die einzige Möglichkeit, das existierende Risiko einer Übertragung der Krankheit auszuschließen, ist das Tier, welches in Kontakt mit dem Virus war, einschläfern zu lassen.“

Die ganze Nacht protestierten Mitglieder der Tierschutzpartei PACMA und AXLA vor dem Wohnhaus von Teresa und Javier, um den Abtransport des Hundes zu verhindern.

Excalibur wurde von Nachbarn und den protestierenden Tierschützern auf dem offenen Balkon der Wohnung gesichtet, nach einem kurzen Blick auf das Geschehen verschwand er wieder.

Nach langen Ringen um das weitere Vorgehen vor Ort (Feuerwehr und Polizei weigerten sich die „verseuchte“ Wohnung zu betreten) erschien schließlich gegen 18 Uhr ein weißer Lieferwagen, in dem offensichtlich der Hund transportiert wurde. Die Demonstranten vor Ort versuchten den Weg zu versperren und wurden von der Polizei gewaltsam entfernt. Drei von ihnen wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Der Transporter wurde von der Presse verfolgt und hielt letztendlich an einem Krematorium.

 

Excalibur wurde eingeschläfert und verbrannt, die Möglichkeit einer Quarantäne und einer Untersuchung auf das Virus wurde nicht erwogen.

Dahinter steht zum einen die menschliche Tragödie: Javier muss sich jetzt nicht nur schweren Erkrankung seiner Frau sondern auch dem Tod seines Hundes stellen. Beide hatten keine Möglichkeit sich persönlich für ihren Hund einzusetzen und die an ihre Stelle getretenen Tierschützer und Aktivisten im Netz blieben ungehört. Zum anderen wurde hier eine wertvolle Möglichkeit verschwendet, das Ansteckungsverhalten eines gefährlichen Virus zu erforschen. Ganz davon abgesehen, was nun mit all den Hunden passieren wird, die in Kontakt mit Excalibur waren.

Wir sind erschüttert über das Vorgehen des spanischen Staatsapparats und in Gedanken fest bei Javier und Teresa, deren Zustand sich zusehends verschlechtert.

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