Chihuahua: ein kleiner Mexikaner

Genauso auβergewöhnlich wie ihr Name ist die Gröβe dieser Hunderasse, die ursprünglich aus Mexiko stammt. Der Winzling wurde 1850 in der heute gröβten Provinz des Landes mit Namen Chihuahua entdeckt und bekam so prompt deren Namen verliehen. Man geht davon aus, dass die kleinsten Hunde der Welt der alten Rasse „Techichi“ aus Mittelamerika entstammen, die beim präkolumbischen Volk der Tolteken lebten. Dort glaubte man, dass es sich um magische Hunde handelte, die Krankheiten heilen und zu ewigem Leben verhelfen konnten. In diesem kleinen Körper scheint also ziemlich viel Potential zu stecken…

 

Aussehen

Der Chihuahua hat mit etwa 15 bis 23 cm Schulterhöhe eine kompakte Körperform und wiegt idealerweise zwischen 1,5 und 3 kg. Charakteristisch ist die Schädelform, welche an einen Apfel erinnert und die stets hoch erhobenen Rute. Letztere kann entweder gebogen oder halbkreisförmig gerundet sein, mit gegen den Körper gerichteter Spitze. Darüber hinaus hat er eine kurze kleine Schnauze und verhältnismäβig groβe Augen. Putzig lassen ihn auch die im 45 Grad Winkel vom Köpfchen abstehenden Ohren aussehen.

In der Fellart unterscheidet man die Kurzhaar- und die Langhaarlinie.  Das kurze Fell gilt als die ursprünglichere Variante, welche mit der Zeit durch Einkreuzungen um die lange Version ergänzt wurde. Das kurze Haar ist weich und glänzend, liegt eng am Körper an und zeigt nur sehr wenig Unterwolle. Das lange Haar ist fein und seidig, sowie leicht gewellt und bildet Federn an den Ohren, am Hals, an der Hinterseite der vorderen und hinteren Extremitäten, an den Pfoten und an der Rute.

Der Farbvielfalt sind keine Grenzen gesetzt, laut Standard können alle Varianten vorkommen von rein weiß über weißlich mit cremefarbenen Abzeichen, zwei- oder dreifarbig bis hin zu rein schwarz. Allerdings sind die gescheckten Merle-Varianten und Blau-(grau) nicht erstrebenswert, da sie aus einer Genmutation hervorgehen und oft Krankheiten oder Missbildungen mit sich bringen.

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Gesundheit

Chihuahuas gehören zu den Hunden mit der höchsten Lebenserwartung: Im Schnitt können sie 15 bis 18 Jahre alt werden. Der älteste Vertreter seiner Rasse soll sogar 24 Jahre alt geworden sein. Allerdings gibt es auch beim Chihuahua rassebedingte Krankheiten, über die Besitzer Bescheid wissen sollten vor der Anschaffung und auch um rechtzeitig entgegenwirken zu können falls Anzeichen auftreten sollten.

Eine erblich bedingte Krankheit ist die Verschiebung der Kniescheibe (PL – Patellaluxation) die zu permanentem Lahmen führen kann und oft bei kleinen Rassen zu finden ist. Desweiteren wurde eine Neigung zur Hypoglykämie entdeckt, bei dem es durch einen extrem niedrigen Blutzuckerspiegel zum Zuckerschock kommen kann. Auch wurde eine Tendenz zur Bildung von Cystin-Kristalle in der Blase beobachtet, die sich zu Blasen- und Nierensteinen entwickeln können.

Das Züchten hin zu überproportional großen Augen und kurzen Schnäuzchen hat zu einem vermehrten Auftreten von Augen, Atem- und Zahnproblemen geführt. Typisch bei Chihuahuas ist entsprechend das so genannte Rückwärts-Niesen, bei dem der kleine Kerl niest, schnaubt, bellt und keucht. Dies kann erschrecken, ist aber keinesfalls lebensbedrohlich, sondern rührt von einem vorübergehend falsch gelagerten Gaumensegel, das zu groβ für den Rachenraum ausfällt. Auch sind degenerative Veränderungen der Netzhaut (PRA – Progressive Retina-Athropie) nicht selten, die zu Nachtblindheit oder gar völliger Blindheit führen können.

Obwohl der Rassestandard keine Schulterhöhe vorschreibt wurde bei Schauen immer wieder die kleinere Version begünstigt, was mit der Zeit zur Züchtung von immer kleineren Tieren führte, die nur noch 500g auf die Waage brachten und verstärkt zu Krankheiten neigen. Offenen Schädeldecken, besagte Probleme mit Augen und Gaumensegel, Verengungen des Nasenraums, sowie Geburtsschwierigkeiten bei Hündinnen waren die Folge.

 

Wesensart

Chihuahuas sind flink und lebhaft, gerne bereit zum Spielen und Toben. Sie fordern im Allgemeinen viel Aufmerksamkeit von ihren Menschen, da sie sehr soziale Tiere sind und eine starke Bindung zu ihnen aufbauen. Dies macht sie zu unheimlich treuen Freunden und Wegbegleitern, bedeutet aber auch, dass man sie ihrer seelischen Gesundheit zuliebe nicht über einen längeren Zeitraum alleine lassen soll.

Grundsätzlich ist der Zwerg gutmütig und freundlich, braucht aber auch Raum für seine ganz persönliche Privatsphäre. Wird ihm diese verwehrt kann es durchaus sein, dass er sich seinen Freiraum erkämpft und schnappt. Dies macht diese Rasse nur bedingt kinderfreundlich. Es empfiehlt sich, dass diese bereits älter sind und klar verstehen, wie man verantwortungsvoll mit dem Tier umgeht und es respektiert wie es ist. Tendenziell sind sie auch sehr territorial und verteidigen ihr Revier, so gut sie können, auch gegen körperliche Übermacht.

Dies führt zu einer weiteren Eigenschaft: Ausgeprägter Mut und Furchtlosigkeit sind nicht selten beim Chihuahua. Ängstlichkeit ist vielmehr ein anerzogenes Phänomen, dass aufgrund mangelnder Sozialisation mit Artgenossen und durch das typische „Verhätscheln und Hochnehmen“ ihrer Besitzer provoziert wird. Eine Dobermann und ein Chihuahua können problemlos gute Freunde sein, sofern beide entsprechend gut sozialisiert wurden.

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Umgang

Aufgrund der Tendenz zu Augenproblemen, insbesondere einem erhöhten Augeninnendruck empfiehlt es sich den kleinen Mexikaner mit einem gut sitzenden Geschirr auszustatten, anstatt einem Halsband. So wird das Gewicht beim Zug auf den Brustkorb und nicht auf Kopf und Halspartie verlagert. Durch die geringe Unterwolle des Fells und die knochige Körperstruktur schafft der kleine Körper es kaum Hitze zu speichern und neigt besonders im Winter dazu zu frieren. Warme Kleidung und ein entsprechender Schlafplatz können hier leicht Abhilfe schaffen.

Damit der Chihuahua kein so genannter Kläffer wird und alles und jeden angeht, der unbekannt und vor allen Dingen gröβer ist als er selbst, ist wie bereits erwähnt eine frühe und sanfte Sozialisierung sehr wichtig. Auch sollte das Selbstbewusstsein des Tieres gestärkt werden: Ständiges Tragen und Herausnehmen aus eventuell schwierigen Situationen haben hier genau den gegenteiligen Effekt.

Trotz ihrer geringen Gröβe brauchen Chihuahuas ausreichend Bewegung, da sie sehr aktiv sind. Ihre Ausdauer beim Spaziergang sollte nicht unterschätzt werden. Sie lieben es darüber hinaus zu Springen und schaffen es tatsächlich auf eine Höhe von bis zu 60 cm aus dem Stand. Dies sollte entsprechend auch bei der Einrichtung von offenen Möbeln und Regalen beachtet werden. Ein idealer Sport für sie ist damit eindeutig das Agility.

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Weitere Informationen zu allen Themen rund um die Rasse, sowie Züchter- und Welpeninformationen finden sich beim Chihuahua-Kub-Deutschland oder dem Chihuahua-Club e.V., interessante Themen werden auch auf dem Blog Chihuahua-Welt geteilt.

 

Auch wenn Paris Hilton und andere Celebrities dem Chihuahua leider den Ruf eines Modepüppchens beschert haben, sind wir überzeugt, dass der kleine Mexikaner ein toller Vertreter seiner Art ist und fern aller Vorurteile gerade Hundefreunden mit geringem Wohnraum ein toller Begleiter und Freund sein kann.

 

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